| Die älteste, noch heute bestehende Schule
der Stadt Konstanz feierte im Jahr 2005 ihr 230-jähriges
Bestehen.
Damals (1775) übernahmen die Dominikanerinnen
in der Brückengasse auf Ersuchen der österreichischen
Regie- rung eine sog. "Normalschule", in der die Töchter
der in Konstanz stationierten Offiziersfamilien und
auf Drängen des Konstanzer Magistrats auch die
Töchter von Konstanzer Bürgern unterrichtet
werden sollten. Die Stadt finanzierte die Ausbildung
zweier Schwestern als Elementarlehrerinnen im Seminar
in Freiburg. Dieser weise Beschluss der Schwestern rettete
das Kloster nur wenige Jahre später vor der Aufhebung,
denn nur klöster- liche Gemeinschaften, die sich
dem Unterricht oder der Krankenpflege widmeten, wurden
auch von der Säku- larisierungswelle Anfang des 19.Jahrhunderts
(1803) ausgenommen.
Die Schule des Klosters Zoffingen entwickelte sich
zu einer vielbesuchten, modernen Schuleinrichtung. 1827
verfasste Schuldekan Joseph Willibald Strasser eine
Art Lehrplan für das weibliche Lehrinstitut Zoffingen.
Darin legt er Wert darauf, dass Schule "erziehend seyn"
soll und die Selbstständigkeit der "Lehrlinge"
fördert. Nach Meinung von Schwester Martina Amrhein
O.P. (Schulleiterin bis 01.08.2005) und ihrer Nachfolgerin
Frau Gabriele Hintze sind dies Vorgaben, die sich in
der heutigen Pädagogik als Schlüsselqualifikationen
wiederfinden.
Zusätzlich zur Normalschule entstand zu Beginn
des 20.Jahrhunderts an den Zoffinger Schulen sogar ein
Lehrer- innenseminar und bis Ende der 60er Jahre dieses
Jahrhunderts waren Schwestern im Kindergarten des Klosters
tätig, so dass Mädchen vom Kleinkindalter
bis zur erwachsenen Frau im Kloster ausgebildet werden
konnten. Ziel der Dominikanerinnen war und ist es, Frauen
zu fördern.
1926 schloss das Kloster mit der Stadt einen Vertrag:
Die Schule gab ihren Status als Privatschule auf und
wurde unter städtische Aufsicht gestellt. Seither
entfallen die Schulkosten für Eltern, die Sachausgaben
bezahlt die Stadt, die Lehrergehälter das Land.
Zu Beginn der 70er Jahre erlebten die beiden Schulen
Grund- und Hauptschule und Realschule den größten
Andrang. Damals wurden sie von mehr als 1000 Mädchen
besucht.
Seit Herbst 2003 stehen die Mädchenhaupt- und
die Mädchenrealschule vor einer neuen Herausforderung.
Sie werden mit der Genehmigung durch das Kultusministerium
aus dem Jahre 1998 als Verbundschule weiter- geführt,
was die Zusammenarbeit intensiviert und den Wechsel
für die Schülerinnen zwischen den beiden Schul-
typen
erleichtert. Die Grundschule musste leider im Sommer
2003 aufgegeben werden.
Im pädagogischen Bereich ist der Schule die
Heranführung der Schülerinnen an Werte wie
Verantwortungs- bewußtsein, Toleranz, Teamfähigkeit,
soziales Engagement, Selbständigkeit sowie die
harmonische Entfaltung ihrer praktischen, theoretischen
und musisch-kreativen Fähigkeiten wichtiges Erziehungs-
und Bildungsziel. Schwerpunktbildung im Unterricht,
durch Arbeitsgemeinschaften (Chor, Sport, Seidenmalen)
und Projektarbeit und die Förderung der Mädchen
in den Naturwissenschaften und dem Fach Natur und Technik
dienen der Errei- chung dieses Ziels.
Die ganztägige Betreuung (Montag-Freitag) der
Schülerinnen durch eine Sozialpädagogin des
Verbandes IN VIA trägt wesentlich zum Erfolg der
pädagogischen Arbeit bei. Ebenso besteht durch
sie ein Beratungsangebot für Schülerinnen,
Eltern und LehrerInnen, um so möglichst im Vorfeld
größeren Konflikten vorzubeugen.
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